E-Commerce – Absatzchancen auch für kleine Unternehmen

Mag. Bernhard Ennser Supply Chain Management, IT, Fachbereichsleiter

Letzte Forschungsergebnisse zeigen, dass der klassische Verkauf im Ladengeschäft immer mehr durch den Verkauf über das Internet abgelöst wird. Auch für kleinere Unternehmen ergeben sich durch E-Commerce Möglichkeiten, von diesem Trend zu profitieren.

Was ist zu beachten?

    1. Das besondere Angebot

Über das Internet sind Sie für mögliche KundInnen auf der ganzen Welt erreichbar. Das gilt aber auch für Ihre MitbewerberInnen im Internet: Der/die nächste AnbieterIn ist nur einen Klick entfernt. Daher ist es notwendig für die KundInnen etwas Besonderes zu bieten: Produkt oder Dienstleistungen, die sich von anderen unterscheiden: Besondere, einzigartige Produkteigenschaften, Produktdesign, Nähe zur KundIn, zusätzliche Angebote z.B. Beratungen, Installation sind Beispiele dafür. Wichtig ist es wie im stationären Handel, diese Besonderheiten hervorzuheben, welche das Produkt im Vergleich zum Mitbewerb einzigartig machen (Alleinstellungsmerkmale). In späteren Beiträgen erfahren Sie mehr.

    1. Webshop

Der Webshop ist der Ort wo Ihre Angebote gefunden werden können. Grundsätzlich gibt es hier zwei Möglichkeiten:

    • Gestalten eines eigenen Webshops nur für Ihr Unternehmen und Ihre Angebote: Das ist die exklusive Variante: Hier treten Sie unter Ihrem individuell gewählten Namen auf; jedoch ist das Gestalten eines eigenen Webshops mit einem dementsprechenden Aufwand verbunden (je nach Funktionsumfang); ebenso benötigt ein eigener Webshop mehr Wartung.
    • Nutzung eines bestehenden Webshops z.B. Rakuten, Amazon: Hier teilen Sie sich den Webshop mit anderen AnbieterInnen, weiters fallen Gebühren für die Benutzung des Webshops an.

Neben der Produktpräsentation werden auf der Webseite üblicherweise auch der Preis des Produkts und andere Informationen wie z.B. Versandkosten dargestellt, weiters ist die Auszeichnung eines Impressums und Allgemeine Geschäftsbedingungen gesetzlich vorgeschrieben. Eine besondere Herausforderung ist die Darstellung der Mehrwertsteuer, welche seit einer Gesetzesnovelle vom 1.1.2015 nun im Falle von KonsumentInnengeschäften die Mehrwertsteuersätze des Landes des/der KundIn abbilden muss.

    1. Verkaufsabwicklung (Fulfillment)

Unter den Begriff Verkaufsabwicklungfallen ist der tatsächliche Verkauf, die Zahlungsabwicklung, der Versand der verkauften Güter und eine Betreuung der KundInnen vor und nach dem Verkauf z.B. durch Informationen, Rückabwicklung der bestellten Güter an den/die KundInnen) gemeint. Hier gibt es ebenfalls mehrere Möglichkeiten die tatsächliche „Erfüllung“ der Kundenaufträge zu gestalten:

    • Eigene Abwicklung: Hier werden sämtliche notwendigen Prozesse selbst abgewickelt
    • Fremdabwicklung: Auslagern des Fullfillment an Dienstleister (meist Logistikdienstleister)
    • Hybride Formen: Hier werden einzelne Funktionen aufgeteilt, z.B. Angebot und Verkauf über verkäufereigene Seite, Versand und Retouren über externe Dienstleister.

Die Abwicklung des tatsächlichen Onlinegeschäfts ist die vielschichtigste und schwierigste Aufgabe, da hier viele Einflüsse berücksichtigt werden müssen: Vor allem die Kontrolle des Warenstromes erscheint hier für die Online KundInnen sehr wichtig.

In den nächsten Beiträgen wird auf die einzelnen Aspekte des Ecommerce näher eingegangen.