Soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und Bekämpfung der Korruption werden von einer neu erstarkten rumänischen Zivilgesellschaft gefordert. Ministerpräsident Victor Ponta musste  diesem Druck bereits weichen. Um erfolgreich zu sein, tun ausländische Investoren gut daran, ein positives nachhaltiges Image aufzubauen. Dies ist einer der Erkenntnisse der gestrigen Black Sea Region Lecture zu Rumänien des Kompetenzzentrums Schwarzmeerregion .

Am 5.11.2015 lud das Kompetenzzentrum Schwarzmeerregion zur „Black Sea Region Lecture“: „Rumänien: Interkulturelle Kommunikation und Kompetenz – Chancen und Herausforderungen für österreichische Unternehmen“ mit Laura Balomiri, Rumänien-Korrespondentin des Standard und der Austria Presse Agentur, ein. Auch der stellvertretende rumänischer Botschafter Călin Ţânţăreanu sprach Grußworte.

Österreich ist mit ca. 5 Milliarden Euro zweitgrößter Investor in Rumänien. Dies ist vor allem auf die historisch guten Beziehungen zurückzuführen. Die Wirtschaftskrise von 2008 ist mittlerweile recht gut überwunden. Für 2015 wurde ein Wirtschaftswachstum von über 3% prognostiziert.

Die Familie zählt!

Familiäre Beziehungen sind in Rumänien eng und wichtig! So werden in einer aktuellen Studie des Justizministeriums Korruptionsdelikte legitimiert, weil sie für das Wohlergehen der Familie begangen wurden.

Wertewandel und Erstarken der Zivilgesellschaft

Die Wahl des Präsidenten Johannis Klaus im November 2014 ist ein wichtiger Wendepunkt für die rumänische Zivilgesellschaft. Die Einforderung der Rechtsstaatlichkeit ist für die Bevölkerung wichtiger denn je, was sich auch in der Medienberichterstattung stark widerspiegelt.

Lange Zeit hatten die Menschen angesichts der Korruption resigniert. Nach der Brandkatastrophe in einer Bukarester Disco hingegen fordern die Demonstrierenden einen kompletten Austausch der politischen Klasse. Ministerpräsident Victor Ponta musste diesem Druck weichen und zurücktreten. Doch die Demonstrationen gehen immer noch weiter.

Werte wie soziale Gerechtigkeit, Personalisierung, Umweltschutz und Revitalisierung alter Traditionen haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und zu einem Erstarken der Zivilgesellschaft geführt. So konnten z.B. das Goldförderprojekt Rosia Montana oder Schiefergasförderung verhindert werden. Dieser Wertewandel spielt auch bei Investitionen in Rumänien eine große Rolle. Ausländische Unternehmen sollten sich daher von Anfang  bemühen, ein positives und nachhaltiges Image aufzubauen.