CSR oder nachhaltige Wirtschaft?

„CSR ist tot! […] PPP ist bankrott!“ sprach Peter Bakker, CEO des World Business Council for Sustainable Development am respACT CSR-Tag 2014. Warum also engagieren wir uns für die strategische Integration von Corporate Social Responsibility (CSR) bei KMU? Warum stellen wir das Totgesagte ins Zentrum unseres unternehmerischen Handelns?

Weil Bakker nämlich auch das gesagt hat: „Nachhaltige Wirtschaft“ sei der angesagte Terminus und es drehe sich dabei um die Frage, wie verletzlich das eigene Unternehmen, die eigene Organisation angesichts globaler und regionaler Trends ist. Wir von WEITSICHT nennen das auch integer und damit zukunftsfähig wirtschaften. Was aber versteht man jetzt genau unter CSR, PPP und anderen Termini, die so herumschwirren?

Corporate Social Responsibility (CSR), zu deutsch gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen definiert sich als das Übernehmen der Verantwortung von Organisationen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft […] (EU Kommission 2011). People, Planet, Profit (PPP) oder auch Ökonomie, Ökologie und Soziales steht für das Konzept der Triple Bottom Line. In ein ausgewogenes Verhältnis gebracht, soll eine Win-Win-Win-Situation für Gesellschaft, Umwelt und Unternehmen entstehen. Fehlt noch die Einbindung der Stakeholder, also all jener Personen(gruppen), die von den Auswirkungen der Tätigkeit einer Organisation betroffen sind oder auf diese einwirken.

Konzepte zu nachhaltigem Wirtschaften gibt es eine Vielzahl, und mit Kritik daran wird auch nicht gespart – all zu oft wurde und wird noch immer Greenwashing betrieben, also das „grüne (soziale, faire, …) Deckmäntelchen über’s reine Geschäftemachen gebreitet – nach der Devise Milton Friedmans „Die soziale Verantwortung der Wirtschaft ist es ihre Profite zu vergrößern.“

Doch es geht auch anders. Will UnternehmerIn nachhaltig wirtschaften, beginnt man mit der Frage: Wie mache ich meinen Profit[1]? Auf Kosten der Umwelt? Auf Kosten der MitarbeiterInnen? Am Rücken der AnrainerInnen? Kümmert es mich, wenn meine Lieferanten in Produktionsländern Kinder ausbeuten/Löhne zahlen, von denen die Menschen nicht leben können/die Flüsse dort verschmutzen et cetera et cetera?

Weitere Fragen werden sich auftun: Gibt es genug Rohstoffe, um meine Produktion auf 10 Jahre und länger zu sichern, und für die nächsten Generationen auch noch ausreichend davon zurück zu lassen? Woher bekomme ich in Zukunft gute MitarbeiterInnen? Was bedeutet die Überalterung unserer Gesellschaft für mein Unternehmen? Wie reagieren KundInnen auf meine Produkte/Dienstleistungen? Betrifft der Klimawandel meine Unternehmensstandorte? Könnte mich ein „Shitstorm“ treffen, der meine Reputation und Marke schädigen könnte? Oder kann mein Unternehmen Lösungen für die sozialen Herausforderungen, denen wir uns gegenüber sehen, bieten?

Nachhaltig wirtschaften heißt, den Erhalt des Unternehmens, der Organisation langfristig zu sichern – das funktioniert heute nicht mehr, ohne einen Blick aus dem Unternehmen heraus zu machen und zu erkennen, dass globale Probleme uns alle, jeden Einzelnen, jedes noch so kleine Unternehmen, betreffen.

Ach ja, und noch etwas: ab 2016 kommt EU-weit die Verpflichtung zur Offenlegung der Nachhaltigkeitsaktivitäten für Unternehmen ab 500 MitarbeiterInnen. Glück gehabt, wenn man kleiner ist?! Mitnichten, denn das bedeutet auch für kleinere Zulieferbetriebe, dass ihre AbnehmerInnen nachfragen werden, wie es denn um die Verantwortung in ihrer Lieferkette bestellt ist – spätestens dann werden viele heimische KMU erkennen, dass nachhaltig wirtschaften ihre Zukunftsfähigkeit sichert!

Ob man es jetzt also Nachhaltige Wirtschaft nennt, Zukunftsfähigkeit oder doch CSR – das Ziel, den Fortbestand des eigenen Unternehmens UND einer lebenswerten Gesellschaft auch für spätere Generationen zu sichern, also mit der eigenen Geschäftstätigkeit zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen, bleibt das selbe!

[1] Hier kann man auch die Frage stellen: Wie viel (Profit) ist genug? Diese zählt jedoch nicht zum gängigen CSR-Diskurs, wohl aber zur Diskussion über gesellschaftliche Ungleichverteilung und Generationengerechtigkeit.

 

Alexandra Adler

Geschäftsführerin Weitsicht – Büro für zukunftsfähige Wirtschaft

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Business Frühstück „Digitale Güter im EU-rechtlichen Kontext“ am 5.10.2015

Medienrecht, Digitale Güter

Medienrecht, Digitale Güter

Wir laden Sie sehr herzlich zu unserem Business Frühstück „Digitale Güter im EU-rechtlichen Kontext“ mit Prof.(FH) Dr. Kai Erenli am 5.10.2015, 10:00-11:30 Uhr ein.

Digitale Güter sind nicht mehr nur eine Randerscheinung des E-Commerce, sondern haben sich zu einer wichtigen Stütze ganzer Branchen weiterentwickelt. Der Vortrag wird auf die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen eingehen und die damit verbundenen „Hot Spots“ beleuchten. Weitere Information finden Sie hier.

Ort der Veranstaltung:

Fachhochschule des BFI Wien

1.Stock, 1.01

Wohlmutstrasse 22, 1020 Wien

Anfahrtsplan

Um Anmeldungen wird gebeten:

emel.kis@fh-vie.ac.at oder 01/720 12 86 DW 934  bis zum 28.09.2015

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Buch: „Business-Handbuch Vietnam“

Buch: „Der „Ressourcenfluch“ in Aserbaidschan und Turkmenistan und die Perspektiven von Effizienz- und Transparenzinitiativen“

Buch: „Human Resource Management in Projektorientierten Unternehmen“

Buch: „Globale Projekte managen Neue Wege für die weltweite Projektarbeit“